21. Juli 2018

13-22 Uhr

Königsplatz (U2)

Juli

Die Karriere der jungen Band, deren Mitglieder zwischen 23 und 27 Jahren sind, beweist, dass man es auch ohne stupides Casting in der Öffentlichkeit, stattdessen mit origineller Musik, intelligenten Texten, sehr viel Leidenschaft und noch mehr Talent schaffen kann, zu Superstars zu avancieren.

Juli verfügt über all das Potenzial, das eine moderne, aufregende Pop-Band ausmacht. Und was anderes soll man tun als eine Band zu lieben, wenn ihre Sängerin einen Satz wie diesen formuliert: "Wir haben keine Angst vor Klischees, solange sie echt sind."

Klee

Eine neue Generation deutschsprachiger Popmusiker hat frischen Schwung gebracht. Klee dürfen sich dabei mit Fug und Recht als Pioniere verstehen. Schon seit Mitte der Neunziger sind Suzie Kerstgens, Tom Deininger und Sten Servaes ein eingeschworenes Team und demonstrieren, dass deutschsprachige Popmusik unbeschwert, frisch, filigran - einfach zauberhaft sein kann. Schönheit und Romantik sind die stärksten künstlerischen Merkmale des in Köln ansässigen Trios.

Die Popsongs von Klee sind keine Altersfrage, sondern eine Frage des Menschentyps: die Generation der im Herzen jung Gebliebenen. Das können Klee auch am Lächeln auf den Gesichtern ihres Publikums ablesen, ein Lächeln, das wärmt und zu der Erkenntnis geführt hat, auf einem richtigen Weg zu sein.

Die Killerpilze

Was es bedeutet, den Punkrock im Blut zu haben? Im Fall der Killerpilze, dass eine junge Band im Alter zwischen 13 und 17 Jahren schon fleißig durch das Land tourt, wie selbstverständlich die großen und kleinen Bühnen rockt, ihr erstes Album im Alleingang schreibt, textet, komponiert und mit ihren energiegeladenen Liveshows das Publikum vollends mitreißt.

Wen das kalt lässt, ist selbst schuld, denn im Sommer wird so manches Konzertpublikum merken, dass man nicht unbedingt über 20 sein muss, um eingängige Rockmusik zu produzieren, die einem die Gehörgänge freibläst und die Beine zum Hüpfen bringt.

Kain

Deutschsprachig? ja! Wie alle anderen? Nein! Die Band aus Berlin versteht es live eine Wand auf die Bühne zu stellen, die einen umpustet. Sänger Linos ungewöhnliche Stimme, gepaart mit fetten Gitarren einem bombastischem Schlagzeug und dazu ungewohnt ehrlichen Texten sind eine reichlich explosive Mischung, die sich auf ihren stets gut besuchten Konzerten regelmäßig entlädt.

Aus Neid erschlug Kain vor rund 4000 Jahren seinen Bruder Abel weil dieser eine bevorzugte Stellung bei einem Gottesopfer hatte. Was die abligen deutschsprachigen Bands der Gegenwart betrifft, besteht da kein Grund zur Sorge, man steht eher brüderlich und mit viel Spaß gemeinsam auf einer Bühne.

Loonataraxis

Mit ihrem originellen Crossover - einer Mischung vornehmlich aus Funk und Hardcore mit Einflüssen von Jazz, Reggae, Metal, Punk und Pop - reißt die vierköpfige Band aus München die gewohnten musikalischen Grenzen nieder und schafft gekonnt neue Fusionen.

Auch wenn sich Loonataraxis nicht ausschließlich als politisch motivierte Band versteht, wird in den zumeist englischsprachigen Texten gesellschaftspolitischen Problemen ebensoviel Platz eingeräumt wie den zwischenmenschlichen und philosophischen Aspekten des heutigen Lebens.

chorea

Unverkopft und auf das Wesentliche reduziert, das war von Anfang an die Devise der im Sommer 2004 von Stephan Meisel (Drums) und Jakob Bienek (Gitarre) gegründeten Münchner Band Chorea. Da die Suche nach einem Sänger erfolglos geblieben war, übernahm Jakob kurzerhand zusätzlich den Job am Mikrofon. Beim Bass wurde man schneller fündig und holte Florian Däumling hinzu.

Schnell wurde klar, dass man auf eine größere Besetzung verzichten wollte, und man begann an Songs zu arbeiten - less is more! Was dabei heraus kam, war schneller dynamischer Indie-Rock, der häufig keine klaren Genres kennt. Nicht den Sound anderer machen, sondern den eigenen!